Nein danke! Warum dich ein klares „NEIN“ deinen Träumen näher bringt.

Klares Nein_GaneshaWie oft im Leben hast du schon „Ja“ gesagt obwohl du „Nein“ meintest? Wie oft hast du dich den Bedürfnissen anderer angeschlossen, ohne auf deine Bedürfnisse und Werte zu achten? Wie oft bist du den Träumen eines anderen gefolgt, ohne in die Richtung deiner Wünsche, Ziele und Träume zu gehen?

Mein heutiger Artikel befasst sich mit der Kraft des Nein-sagens und damit, wie dich ein klares Nein zu etwas oder jemanden (wieder) auf deinen Kurs und damit in die Richtung deiner Träume bringt. Meine eigene Lebenserfahrung hat mich gelehrt, was es bedeutet, wenn wir nicht ehrlich zu uns und damit auch nicht ehrlich zu anderen sind. Wie du lernen kannst, ein klares Nein zu formulieren und dich dadurch auf den Pfad deiner Träume bringst, verrate ich dir in dem nun folgenden Artikel.

Ich selber kenne dieses Thema all zu gut. Wie oft habe ich in der Vergangenheit Ja gesagt, obwohl ich Nein meinte. Auch habe ich durch mein Schweigen anderen Meinungen oder Sichtweisen zugestimmt, die mir nicht entsprachen. So hatte ich Ja gesagt zu einem Job, der mich nicht in meinem innersten berührte und ich hatte ja gesagt zu einer Beziehung, die schon lange Zeit nicht mehr auf Augenhöhe und wahrhafter Verbindung beruhte. Ich akzeptierte Situationen und Erlebnisse, die nicht meinen Werten und Vorstellungen entsprachen. Mit der Zeit hatte ich bereits zu so vielen Dingen, die ich nicht in meinem Leben haben mochte, Ja gesagt, dass mir gar nicht mehr bewusst war, was ich in meinem Leben ablehnen und was ich willkommen heißen wollte. Ich lebte ein Leben, dass mich nicht glücklich machte. Es erschien mir, als hätte ich meine Träume vergessen, als wüsste ich nicht mehr, von was ich eigentlich in meinem Leben träumte. Ich lebte ein Leben, das mich lebte und das nicht ich aktiv gestaltete.

Mein Weg zurück auf den Pfad in Richtung meiner Träume begann, als ich mich für mein Leben entschied und damit lernte Nein zu sagen. Das war alles andere als leicht. Nein zu sagen hatte ich bis dahin nicht wirklich geübt. Es war wie ein Muskel, der untrainiert war und ich langsam im Fitness-Studio der „Selbstwahrnehmung“ begann darauf zu achten, wann es an der Zeit ist, den „Nein danke“-Muskel anzuspannen und einzusetzen. Mit den Sätzen wie „Nein danke, das möchte ich nicht.“ oder „Nein danke, dass ist nicht die Art und Weise, wie ich mein Leben gestalten will.“ und „Nein, ich glaube nicht, dass unsere Lebensvorstellungen noch zusammen passen.“ begann ich mein Training und damit mein Weg zurück in die Selbstermächtigung.

Indem ich ablehnte, was nicht zu mir und meinen Wertvorstellungen passte, begann ich in meinem Leben wieder Platz für mich und meine Träume zu machen. Mein Leben war nun nicht mehr voller fremder Vorstellungen und Lebenskonzepte sondern es entstanden frei(e)-Räume, die gefüllt werden wollten – gefüllt von meinen Träumen und Lebensvorstellungen. Es war also an der Zeit, meine Träume wieder in mein Leben einzuladen und mein Leben aus mir heraus zu gestalten.

„Lass dich nicht vom Leben leben sondern gestalte dein Leben aus dir heraus!“

Denn so lange wir nicht lernen, auf unsere Wünsche und Bedürfnisse zu hören und die Fähigkeit trainieren, auch ein klares Nein zu formulieren, solange wird uns das Leben leben und wir bleiben ein Spielball im Leben der anderen. Erst dann, wenn wir aufhören unsere Träume zu verraten und beginnen, unsere Wünsche und Bedürfnisse klar zu kommunizieren, treten wir aus dem Spielfeld der Anderen heraus und werden zum Gestalter unseren eigenen Lebens.

Und warum fällt es so schwer Nein zu sagen? Und vor allem: wie kann ich das ändern? 

Eine Reihe an Gründen kann den Ausschlag geben, nicht zu sich und seiner Meinung zu stehen und sich eher der Meinungen anderer anzuschließen. Der Ursprung aller Gründe liegt jedoch in unserer Angst. Angst vor Ablehnung; Angst vor den Konsequenzen; Angst vor Schuldzuweisung; Angst verlassen zu werden; Angst nicht zu wissen, was als nächstes zu tun ist; Angst, sich unsicher/unbedeutend zu fühlen; Angst davor, nicht geliebt zu werden…

Das braucht dich allerdings nicht zu erschüttern und auch nicht zu lähmen. Denn so lange du dir bewusst machst, was dich davon abhält, zu dir und zu deinen Träumen zu stehen, kannst du es auch (ver)ändern.

Frage dich: Was verbindest du mit einem Nein? Was passiert in dir, wenn du ein klares Nein formulierst? Welche Gedanken und Gefühle kommen in dir hoch? Gedanken der Ablehnung, der Zurückweisung (bspw. „Ein Nein würde den anderen zu sehr verletzen“), des Verbots (bspw. „Es schickt sich nicht, wenn ich nein sage“), des Ausschlusses (bspw. „Um weiter zukommen, muss ich nett und höflich sein, und ein Nein verschließt mir alle Türen“) oder kommen Gedanken der Leichtigkeit (bspw. „Wenn ich sage, dass ich das nicht möchte, dann habe ich Zeit für das, was mir Freude bereitet“), der Klarheit (bspw.: „Wenn ich Nein sage, dann weiß der Andere wodran er ist.“) oder der Zufriedenheit (bspw. „Wenn ich nein sage, dann muss ich niemanden etwas vorspielen?“) in dir hoch?

Erst dann, wenn wir uns unseren Gedanken und Gefühlen bewusst werden, können wir sie auch bewusst (ver)ändern. Uns ist es dann möglich, inne zu halten, anders handeln und uns neu zu entscheiden. Denn erst im bewussten Zustand ist es uns möglich, unser Leben in eine neue Richtung zu lenken und bewusst unsere Träume zu gestalten.

Was passiert, wenn wir ein unechtes Ja sprechen?

Wir beginnen uns zu verbiegen. Und zwar mit jedem kleinen leisen unechten Stimmchen. Denn mit jedem unechten Ja verstärkt sich die Verbiegung unserer Meinung und wir beginnen schwächer dazustehen. Wir merken das an unserer Körperhaltung, an unserer Ausstrahlung, an unserer Haut, dem gesenkten Blick, unserer unklaren Aussprache. Unser Körper reagiert auf unsere „Unechtheit“, denn wir kommunizieren nicht das, was uns Kraft schenkt, sondern etwas, das uns Kraft raubt. Die Folgen: Wir sind nicht auf unserem Weg und treffen daher auch nicht die Menschen, die zu uns und unserem Weg passen. Wir verletzen uns und unseren Körper, wodurch wir schwächer werden. Und wir verleugnen unsere Träume und damit uns.
Aber nicht nur wir werden schwächer, wir schwächen auch den/die anderen. Indem wir dem anderen etwas vorspielen, sind wir nicht wahrhaftig und geben dem anderen auch nicht die Chance wahrhaftig mit uns zu sein. Vielleicht wollen wir den anderen nicht enttäuschen oder verletzen aber im Grunde haben wir nicht das Vertrauen in den anderen, das er mit unserem Nein umgehen kann. Wir überlassen ihm nicht die Verantwortung für seinen Umgang mit unserem Nein sondern versuchen ihm diese Verantwortung abzunehmen.

Um dich und deinen Gegenüber wieder in die volle Kraft und Verantwortung zu bringen, brauchst du nur zu erkennen, dass dich ein echtes Nein auf deinen Weg und damit in die Richtung deiner Träume führt. Dein klares Nein schafft es, dir Klarheit zu schenken und das aus deinem Leben zu lösen, was dir nicht gut tut. Dein klares Nein räumt für dich auf macht damit Platz für Neues. Dein Nein zu dem, was du nicht willst, wird damit zu einem klaren Ja zu dir und deinem Traum vom Leben.

„Ein klares Nein zu dem, was wir nicht wollen, ist ein klares Ja zu uns!“

Klares Nein

Und nun, zu guter Letzt: Spiel, Spaß und Sieg: meine vier Lieblings-Übungen, die dir helfen, dein Nein zu kommunizieren:

* Für zwei Tage die Trotzphase ausleben
Mit der Folgenden Übung kommst du raus aus deiner Komfort-Zone. Sie stammt von dem Unternehmer Autor Timothy Ferriss, der mit seinem Buch „Die 4-Stunden Woche“ einen Bestseller gelandet hat. Eine seiner wirklich effektiven Übungen lautet:
Spiele zwei Tage lang ein zweijähriges Kind und antworte auf alle Bitten mit „Nein“. Dabei triffst du keine Auswahl. Sei egoistisch und lehne alles ab – natürlich ohne Schaden für Andere. Dabei geht es nicht darum, ein konkretes Ziel zu erreichen, sondern um die Fähigkeit, Nein zu sagen.
Zwei Tage lang wird dein Nein sagen zur Standartantwort. Ausfomuliert kann dein Nein beispielsweise so klingen: „Tut mir wirklich leid, ich kann nicht ich habe einfach zu viel anderes zu tun.“

* Gemeinsam lernen: Ja oder nein (1/2)
Gemeinsam lernen macht nicht nur doppelt so viel Spaß, es bringt auch doppelt so viel.
Bitte eine/n FreundIn, deine/n PartnerIn, gemeinsam mit dir folgende Übung zu machen: Stellt euch gegenüber von einander auf und verteilt die Rollen: Einer darf nur ja, der andere nur nein sagen. Überlegt, auf wie viel verschiedene Arten jeder ja oder nein sagen kann: dominant, zurückhaltend, laut, leise, arrogant, eingeschüchtert, ironisch, freundlich, böse etc. und stetzt Gestik, Mimik und Stimme deutlich ein. Nach ein bis zwei Minuten tauscht ihr die Plätze und die Rollen. Und probieren wiederum ein bis zwei Minuten das Ja- bzw. Neinsagen aus.

Was ist euch während der Übung aufgefallen? Tauscht euch gerne aus: Was hat ihn überzeugt, was ist aufgefallen, bzw. was habt ihr bemerkt?
Was ihr vielleicht bereits bemerkt habt: Ihr könnt Mimik, Gestik und Stimme regelrecht trainieren, um künftig beim Neinsagen überzeugender zu wirken.
Es folgen nun zwei Körper-Wahrnehmungsübungen

* Gemeinsam lernen: Ja oder nein – die Körperübung (2/2)
Diese Übung kann auch im Anschluss an die vorherige gemacht werden. Denn ihr könnt nach weiteren ein bis zwei Minuten erneut die Rollen und Positionen tauschen. Jetzt aber dürft ihr gar nichts mehr sagen, sondern eure Aufgabe liegt darin, ja bzw. nein nur körpersprachlich auszudrücken. Auch das spielt ihr ein bis zwei Minuten durch, um dann noch einmal die Positionen und Rollen zu tauschen.

Was fällt euch auf? Ohne Worte werdet ihr spüren, welcher Typ ihr sind, wie gut es euch gelingt, ja oder nein auszudrücken. Und ihr könnt eure Körpersprache, Mimik und Gestik regelrecht trainieren, um künftig beim Neinsagen überzeugender zu wirken.
Tauscht euch gerne aus: Was hat ihn überzeugt, was ist aufgefallen, bzw. was habt ihr bemerkt?

* Der Körper dein Kompass
Wusstest du, dass dein Körper dir deinen Weg anzeigt? Ja, dein Körper ist ein so feines Instrument, der „weiß“ ganz genau, was dir gut tut und in welche Richtung du gehen willst. Probiere es aus: Such dir einen Platz an dem du für dich in Ruhe sitzen kannst. Entspanne dich, indem du zwei bis drei tiefe Atemzüge nimmst. Und dann frage dich, wie fühlt es sich an, wenn du Entscheidung bejahst bzw. wenn du die Entscheidung verneinst?
Und dann: spüre, lausche, beobachte. Wie fühlt sich dein Körper mit der Entscheidung an? Öffnet er sich, streckt er sich? Spürst du eine Weite? Lebendigkeit und Freude? Oder zieht sich dein Körper zusammen? Wird er eng, drückt es irgendwo, fühlt er sich schwer und träge an? Sinkst du in dich zusammen, wirst traurig oder sogar wütend und ärgerlich? Je nach dem, welche Gefühle und Regungen sich zeigen, sagt dir dein Körper ganz klar, ob die Entscheidung ein klares Nein oder ein klares Ja ist.

 

Sagst du bereits „Nein“, wenn dir etwas nicht gefällt, du keine Zeit hast oder du an etwas nicht teilhaben willst? Sagst du „Nein“ zu nicht zu dir passenden Lebensträumen? Und lebst du bereits deinen Traum vom Leben? Dann teile diesen Artikel gerne mit Freunden oder auf deiner Homepage.

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Sei dein lebendig gewordener Traum vom Leben.

Love.
Sandra

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4 Gedanken zu „Nein danke! Warum dich ein klares „NEIN“ deinen Träumen näher bringt.

  1. Joana Poloschek sagt:

    Ich hatte über ein halbes Jahr lang eine Postkarte mit dem Titel 7
    „A No
    is a No“

    in meinem Flur hängen. Eine Freundin fragte mich, warum ich die da hängen hätte (vielleicht befürchtete sie zu viel Negativismus?). Und ich sagte: „Ich hab Probleme damit Nein zu sagen, und ich möchte mich daran erinnern, dass ich es kann!“

    Das Powerstatement an meiner Wand hängen zu haben war eine extrem wichtige Stütze und Erinnerung für mich.

    • Visionsgestalterin sagt:

      Liebe Joana, was für eine gute Idee, die Powerstatements, die uns gut tun, in der Wohnung dort zu platzieren, wo wir sie häufig sehen können. Wie geht es dir jetzt mit dem Nein sagen? Fällt es dir leichter?
      Mein derzeitiges Statement , was an meiner Eingangstür platziert ist lautet „I am living my fully potential“

      Vielen Dank für das Teilen.
      Liebe Grüße.
      Sandra

  2. Andrea Giesler sagt:

    Liebe Sandra,

    „Jedes NEIN ist ein JA zu Dir selbst.“ Ich sage bereits Nein. Auch wenn ich das zuerst lernen musste. Aber nicht zuletzt durch meine „Mehrfachbelastung“ mit Blog, Familie, Beratung etc. musste ich das ganz schnell lernen, um nicht unterzugehen.

    Lustig, dass wir gerade zum selben Zeitpunkt über dieses Thema schreiben. Ist vielleicht gerade einfach aktuell 🙂

    Liebe Grüße, Andrea

    • Visionsgestalterin sagt:

      Liebe Andrea,

      ja, ich glaube auch, dass das Thema „Nein“ zu sagen sehr aktuell und auch von hoher Priorität ist. Heutzutage haben viele von uns einen vollen Terminplan und viele Verpflichtungen, denen wir versuchen nachzukommen. Dabei vergessen wir uns schnell und merken manchmal nicht, was wir in dem Moment brauchen, um uns mit all den Aufgaben und der Verantwortung gut zu fühlen. Aber, wie heißt es so schön: Übung macht den Meister. Das gilt auch beim Üben Nein zu sagen.

      Danke auch für deinen wunderbaren Beitrag zu dem Thema.

      Liebe Grüße
      Sandra

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