Au backe, da kommt F-F-F-Feedback

Welcome ladies, to Showing-Up Tuesday!

Mein heutiger Show-Up-Artikel setzt sich mit dem Thema Feedback auseinander und provoziert mit der folgenden Aussage:

Lerne besser jetzt mit Feedback klar zukommen als später. Denn, ob du willst oder nicht, Feedback kannst du nicht entkommen. 

Wann hast du dir das letzte Mal bewusst Feedback eingeholt? Zum Beispiel, indem du Menschen gebeten hast, dir etwas über dich zu „feedbacken“ [fiedbäcken], z.B. bezogen auf deine Arbeitsweise, auf deine Produkte oder deine Verhaltensweise.

Da ist schon länger her, magst du jetzt antworten. Dann frage ich dich: Warum? Was macht das Wort mit dir? Welche Assoziationen löst es in dir aus? Feedback. Wie verhält sich dein Körper, wenn er dieses Wort hört? Was liegt dir eher: Feedback geben. Feedback bekommen? Fragst du förmlich nach Feedback oder versuchst du es eher zu vermeiden?
Übersetzt bedeutet Feedback, eine Rückmeldung zu bekommen. Auf der rationalen Ebene ist eine Rückmeldung erst einmal ganz wertfrei zu betrachten. Es sind Aussagen, getroffen über uns und das was wir (an)bieten und präsentieren: unsere Arbeitsweise und Verhaltensweise, unser Auftreten und Wirken, unsere Produkte und Angebote. Aber da wird es auch schon heikel und emotional, weil die Aussagen über etwas sehr persönliches von uns getroffen werden. Zugleich löst Feedback in jedem Fall eine Gegenreaktion aus. Es kann uns oder den anderen verzaubern und es kann erzürnen — je nachdem, wie uns die Aussagen berühren.

Das Problem an Feedback ist, egal ob du es magst oder nicht:
du kannst ihm nicht entkommen!

So gibt es hier für dich auf der Erde, keine Möglichkeit, kein Feedback zu erhalten. Egal was du auch tust, du löst eine Gegenreaktion aus. Sei es ein Lächeln im Gesicht deines Gegenübers, sei es eine hochgezogene Augenbraue, eine Lobhymne, ein Tobsuchtsanfall, ein Rückruf, ein Like auf Facebook oder kein einziger Like. Und dabei ist es auch egal, ob das Feedback verbal oder non-verbal stattfindet, direkt oder indirekt, zeitgleich oder zeitverzögert. Es findet statt.

Die Frage ist daher: wie gehst du mit Feedback um? Versuchst du dich der Rückmeldung anderer zu entziehen oder gar aus dem Weg zu gehen oder bist du offen für Feedback und holst es dir sogar bewusst und direkt ein?

So macht Feedback ganz viel mit uns. Und es scheint so, als ob wir auf einer subtilen Ebne annehmen,  die Art des Feedbacks entscheidet darüber, ob wir ein guter oder ein schlechter Mensch sind. Ob wir etwas richtig oder falsch machen, ob wir wer sind oder nicht. Wir messen unseren Selbstwert an der Meinung anderer. Und dabei geben wir ganz oft, unsere Kraft und innere Weisheit einfach weg, an denjenigen, der uns Feedback gegeben hat. Anstelle das Feedback als das zu sehen, was es ist: eine Rückmeldung an uns.

Meine Einladung an dich ist, die nächsten zwei Wochen Feedback als deinen lebenslange Begleiter zu sehen, der weder gut noch schlecht zu seien scheint, sondern einfach nur ist. Sehe ihn als Spielgefährten, der dir etwas offenbart. Und sehe es doch mal von dem Standpunkt aus: Was du damit machst, entscheidest immer noch du und nicht das Feedback oder der „Feedbacker“.

„Du entscheidest, was das Feedback mit dir macht. 
Nicht das Feedback oder der Feedbacker.“ 

Was das alles mit „Show-Up“ zu tun hat? Wenn wir beginnen, uns immer mehr zu zeigen, uns authentisch zu geben und uns nicht mehr zurückzuhalten, fühlt es sich zu Beginn an, als wenn wir nur so von Feedback überschüttet werden. Je nachdem, was du für ein Typ Mensch bist, kann das zu Rückzug oder Angriff führen. Die wenigsten gehen zu Beginn gelassen, offen und neugierig mit Feedback um. Wenn wir allerdings lernen, dass Feedback uns nichts will und dass wir entscheiden können, was wir mit Feedback machen, dann lernen wir, uns verletzlich und authentisch der Welt zu zeigen und nicht sofort in den Rückzug oder Angriff zu gehen. Wir sehen Feedback dann auch eher als Chance an, etwas zu verbessern, zu erneuern oder etwas dazu zu lernen. Wir lernen, das Feedback für uns arbeiten zu lassen und unsere Sichtweise, Angebote, Verhaltensweise zu überprüfen. Wir lernen, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen und, das uns Menschen wohlgesonnen sind, wenn wir sie offen und bewusst bitten, uns Feedback zu geben. Wir lernen mehr von uns Preis zu geben und weniger zurück zu halten. Wir stellen uns unserer Angst, vor zurückweisendem Feedback und gehen dadurch immer mehr unseren eigenen Weg, als einen Weg, gelenkt durch Feedback.   

Feedbackst [fiedbäckst] du nun in den kommenden zwei Wochen mit? Ich würde mich freuen von dir zu hören, wie es dir mit Feedback erhalten und bekommen geht, und zu erfahren, wie dir dieser Artikel gefallen und was er in dir ausgelöst hat.

Danke dir. In Vorfreude
Sandra

4 Gedanken zu „Au backe, da kommt F-F-F-Feedback

  1. Hannelore Dehm sagt:

    Liebe Sandra,

    toller Artikel! So ist das mit dem Feedback. Auch ich habe schon einen richtigen Kritik-Sturm erlebt. Deshalb kann ich dem Inhalt Deines Artikels nur zustimmen. Es stärkt uns, wenn wir erkennen, dass es mehr mit dem Kritiker zu tun hat als mit uns.

    Also zeigen wir uns Schritt für Schritt mehr!
    Gut ist, dabei nicht Dichtzumachen sondern auf die neg. Gefühle, die damit einhergehen zu achten. Denn wenn diese dann geheilt sind, dann kann Dich kein Kritiksturm mehr aus den Schuhen kippen.

    Du stehst dann sicher und fest wie ein Fels in der Brandung. Nichts mehr kann Dir ein Haar krümmen.

    Liebe Grüße
    Hannelore

    • Visionsgestalterin sagt:

      Hallo Hannelore, ja, danke für deine Worte und dein Feedback. Ich kenne das, was du beschreibst. Wenn wir ehrlich mit uns sind und annehmen, das Feedback auch verdammt weh tun kann – auch wenn wir vielleicht im ersten Moment nicht verstehen warum – und einfach mit dem Schmerz sind, dann kann eine Veränderung eintreten. Damit meine ich nicht, im Schmerz zu erstarren sondern mit ihm zu gehen. Damit in Berührung zu kommen. Dann können wir auch einen Schritt weiter gehen und uns noch authentischer zeigen. Weil wir erfahren haben, dass er uns, in unserem Kern, nichts anhaben kann.
      Ich wünsche dir eine lebendige Zeit.
      Sandra

  2. Joana Poloschek I Embodying your self! sagt:

    Liebe Sandra,

    richtig, richtig toller Artikel!!!!
    Kann ich alles unterschreiben.

    Einen Aspekt möchte ich für die Verständnisvollen unter uns noch ergänzen. Als ich letztens über meinen ersten kleinen „shit-storm“ mit einer Freundin sprach, fragte sie mich, wieso ich die Meinung des Bekannten überhaupt so nah an mich ranließe?
    Ich war perplex und meinte: „Na, was soll ich denn sonst tun?“
    „Dichtmachen!“

    Dichtmachen – es nicht an sich heran kommen lassen – sich anderen gegenüber bewusst (und damit absichtlich!!!!) verschließen! Das war ein völlig neues Konzept für mich – und ich fühlte mich sofort gestützt, bestärkt und ganz. Und das ist wohl der vielleicht größte Nebeneffekt, wenn man für sich einstehen lernt!

    Hab eine tolle Woche und bis zum nächsten mal! Und viel Spaß beim Showing up! (Lass ihn raus den Tiger – zeig ihnen was du kannst!)
    <3

    • Visionsgestalterin sagt:

      Liebe Joana, vielen Dank, für deinen wertvollen Beitrag. Dadurch dass du dein Erlebnis teilst, machst du anderen Mut, die ähnliches erleben oder erlebt haben und du zeigst, wie viel wir aus Feedback lernen können. Wirklich toll! Danke dir.
      Deine Sandra

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