Angepasst oder authentisch?

8 Anzeichen dafür, dass du ein angepasstes Leben lebst.

Vor ein paar Jahren fand ich mich bei einer Physiotherapeutin wieder, die wortwörtlich über mich zu ihrer Kollegin sagte: „Sie ist eine Angepasste“.
Ich war irritiert. Einerseits darüber, wie sich die Frau nach unserem ersten einstündigen Gespräch erdreistete über mich in der dritten Person zu sprechen, ob wohl ich mit im Raum war. Und dann auch noch eine „Diagnose“ zu stellen, die sie im Vorwege nicht mit mir geteilt hatte. Andererseits tat mir die Aussage, „eine Angepasste“ zu sein, wahnsinnig weh tat. Obgleich ich fühlen konnte, dass in ihr etwas Wahres über mich enthalten war.

Sofort rauschten Lebenssituationen an meinen inneren Augen vorbei, alles Situationen, in denen ich anderen den Vortritt gegeben hatte, mich ihrer Meinung anschloss und ich gar nichts sagte, obwohl mir die Entscheidung nicht passte.

 

Nun saß ich da, in der Praxis und mir kullerten die Tränen über die Wange.
Mein Weg in diese Praxis hatte ich bewusst selber gewählt, den schlimmen Fahrradunfall, den ich dann „zufällig“ drei Tage vor dem Termin erlebte, nicht. Es war ein Segen, dass ich mir drei Tage vor Weihnachten einen Massagetermin habe reservieren lassen. Und es war ein viel größerer Segen, dass in dieser Praxis zwei sehr kompetente Damen arbeiteten, die nicht nur massierten, sondern mir in diesem Moment halfen, wieder zu mir zu kommen und einen ehrlichen Blick auf mein Leben zu werfen.
Denn mein Fahrradunfall spiegelte meine derzeitige Lebenssituation wieder, die sich für mich gar nicht gut anfühlte:

 

So war ich mit meinem Fahrrad zwischen einem LKW und einem PKW geraten, als der PKW direkt vor mir die Fahrertür aufriss. Ich konnte nicht ausweichen und krach. Mein Lenker zerstoß die Scheibe PKWs und ich rauschte von den Pedalen.

 

Bis auf einen unendlich großen Schock, war mir allerdings nichts weiter passiert. Viel schlimmer waren all die Dinge, die danach passierten:
Der Fahrer begann Fahrerflucht.
Mein damaliger on-off-Freund hatte kaum etwas dazu zu sagen und war auch in dieser Situation wieder mal nicht für mich da.
Meine Familie fragte keinen Tag danach nach, wie es mir ging.
Der Staatsanwalt ließ den Fall fallen.
Der Unfall spiegelte die Situation wieder, wie ich mich in meinem Leben fühlte: nicht gesehen, eingeengt, ohne freie Fahrt nach vorne und von allen allein gelassen.

 

Und dann sagte diese Therapeutin auch noch diese wahren Worte „Sie ist eine Angepasste“.

 

Rückblickend war dieser Tag ein wichtiger Wendepunkt in meinem Leben. Denn ich begann zu begreifen,
… dass ich mich immer allein fühlen werde, wenn ich nicht beginne, für mich da zu sein.
… dass ich nicht gesehen werde, wenn ich nicht beginne, mich mit dem zu zeigen, was mich ausmacht und wer ich bin.
… dass ich mich eingeengt fühle, wenn ich mir und meinen Talenten keinen Raum gebe.
… dass ich keine freie Fahrt nach vorne haben werde, wenn ich nicht weiß, wohin ich möchte und/oder nichts dafür tue.
… dass ich keine Unterstützung bekomme, wenn ich mich immer wieder zurückziehe und nicht mitteile, was ich brauche.
… dass ich enttäuschende Beziehungen erleben werde, wenn ich nicht die Verantwortung für mich und mein Verhalten übernehmen werde. 
und
… dass der Preis, den ich als Angepasste zu zahlen hatte, zu groß war. Denn ich spielte mit meinem Glück, meiner Erfüllung und meiner Gesundheit.
Mir war klar, dass ich keine „Angepasste“ mehr sein wollte. Ich wollte ICH sein und so leben, wie es mir gut tut. Authentisch und erfüllt!
Ich begann mein Leben zu ändern.
Wenn dich meine Worte berührt haben und du dich nun vielleicht fragst, ob du auch in einigen Bereichen in deinem Leben eher angepasst handelst, dann habe ich für dich jetzt

 

8 Anzeichen, anhand derer du prüfen kannst,
ob du eher angepasst oder authentisch und erfüllt lebst:

 

#1 Die Meinung der anderen sind für dich wichtiger als deine eigene
Mittagspause, du stehst in einer Gruppe und alle diskutieren, was und wo wie zu Mittag essen wollen. Anstelle selber zu sagen, was du willst, schließt du dich eher der Mehrheit an, auch wenn du weißt, dass dir das Essen dort nicht so gut schmeckt.
Frage dich, was steckt dahinter, eher auf die Meinung anderer zu hören, als die eigene Meinung auszusprechen und ihr zu folgen.
Ist es die Angst, dass du ansonsten alleine da stehst und nachher feststellst, dass du als Einzige übrig bleibst und dann alleine essen musst?
Ist es die Angst, abgelehnt zu werden?
Oder willst du einfach nicht die Komplizierte sein?
Richtest du dich nach dem, was die Mehrheit möchte?
Dann frage dich, was ist der dahinter liegende Beweggrund. Was könnte dir passieren, wenn du dich äußerst? Und was könnte dann passieren? Und dann….? Und dann? Frage dich das so lange, bis du keine Antworten mehr hast oder herzhaft lache musst.

 

#2 Du weißt gar nicht so genau, was dir gefällt oder was du gerne machst
Du gehörst zu denen, die gar nicht genau wissen, was ihnen wirklich Freude bereitet. Du hast kein Gefühl dazu, was dich morgens aus dem Bett springen lassen würde?
Wenn nicht, dann rate ich dir, dich schleunigst mit dir zu beschäftigen und herauszufinden, was dir wichtig ist! Lerne deine Bedürfnisse kenne und beginne, sie zu äußern. Dir wird dabei klarer werden, was dir wirklich wichtig ist und was dir Freude bereitet.
Und erinnere, die anderen können  nicht wissen, was dir wichtig ist – und vor allem nicht dann, wenn du es nicht mal weißt oder äußern magst.
Denn die einzige Person, die dir Antworten auf die Fragen geben kann, bist du selber.
Schreibe dir deine Werte auf, skizziere das Leben, wie du es gerne hättest und beginne die einzelnen Inhalte in dein Leben zu integrieren.
Wie müsste beispielsweise dein Beruf, deine Beziehung, dein Alltag aussehen, damit du dich erfüllt fühlst?
Und wenn du es alleine nicht schaffst, dann hole dir Unterstützung. Beauftrage  beispielsweise einen Coach, der dich dabei Schritt für Schritt begleitet.

 

#3 Du fühlst dich nicht dazugehörig
Hast du das Gefühl, die Menschen um dich herum passen nicht wirklich zu dir? Oder aber, dass du nicht dazugehörst? Dass du irgendwie anders bist als sie?
Hast du das Gefühl, alle anderen sind auf dem richtigen Weg, nur du nicht?
Wenn du auf die Fragen mit „ja“ geantwortet hast, dann mag das daran liegen, dass die Menschen um dich herum, andere Werte und Vorstellungen vom Leben haben, als du. Das ist nicht richtig oder falsch, besser oder schlechter, sondern einfach nur nicht zu deinen Lebensvorstellungen passend.
Kennst du die Geschichte vom hässlichen Entlein, das in seinem ersten Lebensjahr dachte, es wäre als Ente hässlich und gehöre nirgendwo dazu? Bis es herausfand, dass es gar keine Ente ist, sondern ein Schwan.
Finde deine Schwänen-Familie. Wie das geht: indem du herausfindest, was du vom Leben willst, was du gerne macht und wie du leben willst. Und dann gehe dorthin, wo bereits das Leben so gelebt und gefeiert wird, wie du es auch erleben magst. Suche dir Menschen, die das selbe vom Leben wollen wie du.

 

#4 Du arbeitest in einem Bereich, der dir nicht gefällt
Dein Job bringt dir Geld aber keine Erfüllung. Dennoch gehst du hin, weil das Geld stimmt und die Miete bezahlt wird. Und irgendwie hast du das Gefühl, davon abhängig zu sein. Du fühlst zwar, dass du gerne etwas anderes machen möchtest, vielleicht weißt du bereits was aber du traust dich nicht. Und bevor du irgendetwas neues probierst, was dich auch unglücklich machen könnte, probierst du lieber gar nichts.
Damit beginnst du, nicht auf die Stimme in dir zu hören, sondern folgst der vermeintlichen Sicherheit – deinem Broterwerbseinkommen. Allerdings wird es dir dann passieren, dass diese Stimme immer leiser und leiser in dir wird und du sie vielleicht schon gar nicht mehr wahrnimmst. Oder aber, du nimmst sie noch wahr, hast aber keinen Vertrauen ihr zu folgen. Anstelle zu handeln, wird dein innerer Zwiespalt nur noch größer.
Ich sage dir etwas, wenn du nicht beginnst herauszufinden, warum du hier bist, was du machen möchtest und was dich wirklich erfüllt, dann wirst du krank werden. Es wird dir immer schwerer fallen, morgens aufzustehen, dich mit Freunden zu treffen, die Situationen im Büro zu ertragen und den Druck, der auf deinen Schultern lastet zu ertragen.

 

#5 Du ziehst dich immer mehr aus deinem Freundeskreis und von deiner Familie zurückDeine Freunde sind eigentlich deine besten Gefährten, aber du hast keine Muse und keine Kraft dich mit ihnen zu treffen. Du möchtest dich am liebsten verstecken und dich nicht mit ihnen und ihren Anliegen auseinandersetzen. Es strengt dich regelrecht an, mit ihnen zusammen zu sein.

Wenn das der Fall ist, dann Frage dich, wie viel ist bei dir los? Wie viele Baustellen hast du in deinem Leben?
Mit Baustellen meine ich, Themen, die nicht erledigt sind, Bereiche, mit denen du unzufrieden und unglücklich bist und frage dich, warum du dich damit nicht zeigen magst.
In Situationen, in denen wir unzufrieden und unglücklich mit uns und dem Leben sind, fühlen wir uns meist unwohl. Vor allem dann, wenn wir selber keine Lösung für unsere Herausforderungen haben. Meist meinen wir allerdings, dass wir doch die Antwort kennen müssten. Und versuchen alles alleine zu klären, anstatt um Hilfe zu bitten.
Aber wir können nicht alles alleine lösen und du wirst sehen, dass es dir besser geht, wenn du deine Gedanken mit anderen Menschen zu teilen beginnst.

 

#6 Du lebst in einer Beziehung, die dir nicht gut tut
Vor diesem Thema habe ich lange meine Augen verschlossen. Denn ich hatte Angst vor dem, was danach kommen würde. Und anstelle etwas zu ändern, habe ich versucht es auszuhalten. Mit dem Ergebnis, dass ich nicht mehr viel in meinem Leben „halten“ konnte.
Ich habe mich in meiner Beziehung immer mehr danach gerichtet, dass es meinem Freund gut geht. Ich habe mich mit Terminen nach ihm gerichtet, habe ihm Fehler verziehen und durchgehen lassen, die schon weit unter der Definition von respektvollem Umgang lagen.
Verstehe mich nicht falsch, ich sage nicht, dass er der „Täter“ ist und ich genauso wenig das „Opfer“ bin. Sein  Verhalten ist nicht schön zu reden. Meines aber auch nicht, denn ich habe zugelassen, wie er mit mir umgegangen ist. Aus Angst, Konsequenzen zu ziehen und aus Angst alleine zu sein.
Ich gehe davon aus, dass du dann in einer guten Beziehung lebst und du einen tollen Freund hast, sobald du anfängst dir selber ein guter Freund zu sein.
Und um dahin zu kommen, frage dich, wie gehst du mit dir selber um? Wie sprichst du im Kopf mit dir und über dich, wenn du bspw. etwas versemmelt hast, nicht die Beliebte warst, wenn du etwas nicht gewusst hast?
Und, weißt du überhaupt, wie du dir ein guter Freund sein kannst?
Kannst du sagen, wenn dir etwas nicht gefällt? Kennst du deine Bedürfnisse und kommunizierst du sie?

 

Je mehr du zu dir findest, desto mehr wirst du eine Beziehung leben, die zu dir passt – ob mit deinem jetzigen Partner oder mit einem Neuem.

 

#7 Du lässt dich leicht von deinen Zielen ablenken
Hattest du dir nicht vorgenommen, dich um deine neue berufliche Ausrichtung zu kümmern?
Wolltest du dich nicht mehr sportlich bewegen? Oder dich gesünder ernähren? Wolltest du deinem Freund nicht sagen, wie du dich fühlst, wenn du so und so behandelt wirst?
Aber dann kamen Verpflichtungen und Verabredungen dazwischen, weswegen dir das nicht möglich gewesen st?
BULLSHIT!
Du hattest nur einfach nicht den Fokus auf deinen Zielen und deinen Bedürfnissen sondern hast dich von anderen Gegebenheiten ablenken und verführen lassen. Du wolltest dich nicht mit deinem Bedürfnis in den Mittelpunkt stellen, wolltest nicht die Anstrengende, die Spielverderberin oder die anspruchsvolle sein.
Aber weißt du was? Wenn du nicht auf dich und deine Bedürfnisse achtest, dann verletzt du.  Und zwar dich selbst. Immer wieder, wenn du dich nicht an das hältst, was du dir vorgenommen hast, verrätst du deine innere Stimme. Verleugnest du einen Teil von dir. Und wie fühlt sich dieser Teil wohl, wenn du ihn Jahrelang so behandelst?

 

#8 Es fällt dir schwer alleine zu sein
Dein Kalender quillt entweder an Terminen über – auch wenn die Hälfte davon deiner Erholung dienen soll: Yoga, Lauftreff, Wochenendtripp, Potentialentfaltungsseminar, Telefonate mit Freunden, Parties. Und du lauscht in freien Minuten Podcastfolgen, youtube Videos, der Fernseher oder das Radio läuft vor sich hin oder du hängst die ganze Zeit hinter deinem Handy?
Was machst du so, um nicht das Gefühl zu haben, alleine zu sein? Mal wirklich nur dir und deiner inneren Stimme zu lauschen und dabei nichts räumen, tun, organisieren etc.. Einfach nur in Stille sein.

 

In diesen Momenten kommst du dir und deinen Zielen, Wünschen, Träumen und Bedürfnissen am nächsten. Du beginnst nämlich dann die Stimmen in deinem Kopf wahrzunehmen … und mit ein bisschen Training dann auch wieder die Stimme, die sich deine Intuition nennt.

 

Wenn du dich bereits bei 3 dieser 8 Punkte wiedererkannt hast, dann frage dich:

 

wo hältst du dich zurück? Wo richtest du dich nach anderen?
Wo verharrst du lieber in einer Situation, die dir nicht gut tut, als etwas zu ändern?
Und warum änderst du nichts? Weil du nicht weißt wie? Weil dir der Mut fehlt?
Weil du gar nicht spürst, was richtig für dich wäre?
Weil du nicht weißt, wann bereits eine Grenze bei dir überschritten wird?

 

Ich selber weiß, wie sich das anfühlt. Ich habe es selber durchlebt, erfahren und bin da rausgekommen.
Der Weg war nicht immer leicht. Aber lohnenswert. Und ich möchte nicht mehr dahin zurück.
Denn das Leben, was ich danach kennengelernt habe, ist mein Leben, so wie ich es mir vorgestellt habe und vorstelle. Gesund, erfüllt und lebendig.

 

Wenn du dir Unterstützung wüschet, dann trage dich hier in ein kostenloses Coaching-Gespräch ein und wir finden heraus, was dir helfen kann.

 

Alles Liebe
Deine Sandra

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